Zwischen Innertkirchen und Ulrichen prüft Swissgrid verschiedene Varianten, um die Spannung von 220 kV auf 380 kV zu erhöhen. Zur Diskussion stehen der Neubau einer Freileitung, eine Erdverkabelung sowie eine Verkabelung im Grimseltunnel.
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Übersicht
Mit dem Projekt Mettlen – Ulrichen wird die bestehende 87 km lange 220-kV-Freileitung auf 380 kV ausgebaut. Die neue Leitung wird vorerst mit 220 kV betrieben.
Der Abschnitt Mettlen – Ulrichen ist 61 km lang und erfüllt die heutigen technischen Anforderungen nicht. Der grösste Teil der Leitung (51 km) ist über 60 Jahre alt. Im Jahr 1992 wurden 10 km der Leitung auf 380 kV ausgebaut.
Die Verstärkung der bestehenden 220-kV-Leitung zwischen Innertkirchen und Ulrichen (Grimselleitung) auf durchgängig 380 kV ist ein Schlüsselelement in der strategischen Netzplanung 2025. Mit dem Projekt Innertkirchen – Ulrichen wird die bestehende, ca. 27,8 Kilometer lange 220-kV-Freileitung umgebaut und auf den späteren Betrieb mit 380 kV vorbereitet.
Der Abschluss des Plangenehmigungsverfahrens wird bis Mitte 2027 erwartet. Swissgrid ist dabei massgeblich auf effiziente Planungs- und Genehmigungsverfahren angewiesen. Swissgrid ist bestrebt, bei allen Projekten die sinnvollste Lösung zu suchen, hinsichtlich Umweltverträglichkeit, sowie bezüglich raumplanerischen, technischen und finanziellen Aspekten. Synergiepotenziale mit anderen linearen Infrastrukturen wie SBB-Bahnstrom, Verteilnetze oder Autobahnen werden systematisch geprüft und in Betracht gezogen, wo sich diese als sinnvoll erweisen. Wie bei allen Projekten ist Swissgrid angehalten, mehrere Varianten auszuarbeiten. Über den Grimsel sind es mindestens drei Varianten: die Variante einer Freileitung über den Pass - hier würde die bestehende Leitung ersetzt, die Variante einer alleinigen Erdverkabelung und die Variante einer Kabelführung durch den Grimseltunnel. Den definitiven Variantenentscheid fällt der Bundesrat nach einer sorgfältigen Abwägung von raumplanerischen, technischen, wirtschaftlichen und Umweltaspekten durch die verfahrensführende Behörde.
Projekt
Die 220-kV-Leitung zwischen Innertkirchen und Ulrichen (Grimselleitung) wurde im Jahr 1951 erstellt. Das Projekt sieht vor, die bestehende 220-kV-Leitung auf einer Länge von 27,8 km auf 380 kV zwischen Mettlen und Ulrichen zu verstärken. Im Abschnitt Innertkirchen – Oberwald (Ulrichen) sind zwei 380-kV-Höchstspannungsfreileitungs- oder Kabelsysteme geplant. Auf dem Abschnitt Innertkirchen – Oberwald wird auf einer Länge von 22,3 km die Verkabelung im Grimseltunnel geprüft. Der anschluss der Kraftwerke Handegg und Grimsel ist ebenfalls Teil der Verkabelung im Grimseltunnel. Die 220-kV-Kraftwerksanbindung UW Handegg und Grimsel an das UW Innertkirchen wird über eine Kabelverlegung im Grimselstollen geprüft.
In Innertkirchen wird als Teil des Projekts Mettlen – Ulrichen eine neue gasisolierte 220-kV-Schaltanlage am Ort der bestehenden Schaltanlage errichtet. Für den späteren Bau einer neuen 380-kV-Schaltanlage und eines Netzkoppeltransformators werden die nötigen Platzreserven vorgehalten.
Zahlen und Fakten
| Trasseelängen | Innertkirchen – Ulrichen: 27,8 km, davon 22,26 km im Grimseltunnel Innertkirchen – Mettlen: 60,8 km Gesamtlänge: 88,6 km |
| Stromleiter | 1600 mm2 Kupfer |
| Nennspannung | 220 kV |
| Anzahl rückgebaute Masten im Abschnitt Grimseltunnel | 121 |
Zeitplan
| 2018 | Start Sachplanverfahren |
| 2022 | Festsetzung Planungskorridor durch Bundesrat |
| 2024 | Start Plangenehmigungsverfahren |
| 2027 | Plangenehmigungsentscheid |
| 2030 | Bau / Inbetriebnahme |
Links & Downloads
Links
Medienmitteilung Kanton Bern: «Grimselbahn: Einmalige Chance für Haslital und Goms»